Worum es geht

Windows Update prüft über Zertifikate, ob ein PC wirklich mit den Update-Servern von Microsoft verbunden ist und die Updates echt sind. Solche Zertifikate laufen aus Sicherheitsgründen irgendwann ab und werden durch neue ersetzt.

Die neuen Zertifikate verteilt Microsoft mit den normalen monatlichen Updates. Ein Gerät, das diese Updates bis zum Stichtag nicht installiert hat, kann sich danach nicht mehr mit Windows Update verbinden. Laut Microsoft bekommt es dann überhaupt keine Updates mehr, also auch keine Sicherheitsupdates.

Kurz gesagt: Wer Windows regelmäßig aktualisiert, muss nichts tun. Betroffen sind Geräte, die seit Monaten keine Updates mehr bekommen haben, und Geräte mit einer Windows-Version ohne Support.

Die Fristen im Überblick

Windows-VersionWas nötig ist
Windows 11, Version 25H2 und neuer (auch 26H2)Nichts
Windows 11, Version 24H2 und Windows Server 2025Sicherheitsupdate von September 2025 oder neuer, vor dem 19. Juni 2027
Andere unterstützte Windows-11-Versionen und Windows Server 2022Sicherheitsupdate von Juli 2026 oder neuer, vor dem 19. Juni 2027
Windows 10 mit Support (zum Beispiel mit ESU)Sicherheitsupdate von Juli 2026 oder neuer, vor dem 19. Juni 2027
Windows 10 Enterprise 2019 LTSC, Windows Server 2019 und 2016Sicherheitsupdate von Juli 2026 oder neuer, vor dem 17. Mai 2027
Windows-Versionen ohne Supportverlieren den Zugang zu Windows Update, nur ein Upgrade hilft

Bei Windows 11 24H2 kommt noch etwas hinzu: Für die Ausgaben Home und Pro ist der Support bereits am 13. Oktober 2026 ausgelaufen. Diese Geräte sollten ohnehin auf 25H2 oder 26H2 aktualisiert werden. Damit ist dann auch das Zertifikatsthema erledigt.

Was heißt das für Windows 10?

Windows 10 bekommt seit Oktober 2025 nur noch Sicherheitsupdates, wenn das Gerät im Programm für erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) angemeldet ist. Solche Geräte zählen als unterstützt und müssen bis zum 19. Juni 2027 mindestens das Update von Juli 2026 installiert haben.

Ein Windows-10-PC ohne ESU gilt als nicht mehr unterstützt. Microsoft schreibt dazu nur, dass solche Geräte den Zugang zu Windows Update verlieren, und empfiehlt den Umstieg auf eine unterstützte Windows-Version. Wer einen solchen PC noch nutzt, hat bis Mitte 2027 Zeit für die Entscheidung: auf Windows 11 aktualisieren, ESU buchen oder das Gerät ersetzen.

Achtung bei Servern: Für Windows Server 2016 und 2019 gilt die frühere Frist 17. Mai 2027. Gerade ältere Server in kleinen Betrieben laufen oft jahrelang ohne regelmäßige Updates. Hier lohnt sich ein Blick jetzt, nicht erst im Frühjahr.

So prüfen Sie Ihren PC

  1. Drücken Sie Windows-Taste + R, geben Sie winver ein und bestätigen Sie mit Enter. Das Fenster zeigt die Windows-Version, zum Beispiel „Version 25H2“.
  2. Öffnen Sie Einstellungen → Windows Update → Updateverlauf. Unter „Qualitätsupdates“ steht das zuletzt installierte kumulative Update mit Jahr und Monat, etwa „2026-10 Kumulatives Update für Windows 11 …“.
  3. Ist dort ein Update von Juli 2026 oder neuer installiert, ist das Gerät für die Frist gerüstet. Bei Windows 11 24H2 reicht September 2025 oder neuer, bei 25H2 und 26H2 ist nichts zu tun.
  4. Steht dort ein älteres Datum oder meldet Windows Update seit Wochen Fehler, sollte das Gerät geprüft werden.

Für Firmen: Was jetzt zu tun ist

  • Alle PCs, Notebooks und Server mit Windows-Version und letztem Update-Stand auflisten
  • Geräte finden, die lange nicht online waren, zum Beispiel Ersatz-Notebooks im Schrank oder PCs an Maschinen
  • Fehlende Updates einspielen; bei Bedarf direkt aus dem Microsoft Update-Katalog
  • Für Geräte ohne Support (Windows 10 ohne ESU, alte Server) einen Plan machen: Upgrade, ESU oder Austausch
  • Server 2016 und 2019 zuerst prüfen, dort endet die Frist schon am 17. Mai 2027

Microsoft nennt eine Ausnahme: Geräte, die ihre Updates über einen eigenen WSUS-Server beziehen, sind von dieser Umstellung nicht betroffen. Auch dort gilt aber, dass die Geräte aktuelle Updates brauchen.

Nicht verwechseln: Secure-Boot-Zertifikate

In diesem Jahr ist noch ein zweiter Zertifikatswechsel gelaufen, der mit Windows Update nichts zu tun hat. Die Secure-Boot-Zertifikate von 2011, die den Startvorgang des PCs absichern, sind zwischen Juni und Oktober 2026 abgelaufen und werden durch Nachfolger von 2023 ersetzt. Geräte ohne die neuen Zertifikate starten laut Microsoft weiter normal und installieren auch weiter Windows-Updates. Ihnen fehlen aber künftig Sicherheitsupdates für den Startvorgang. Bei manchen älteren Geräten braucht es dafür vorher ein BIOS-Update des Herstellers. Den Stand zeigt die App Windows-Sicherheit unter „Gerätesicherheit“.

Unser Tipp: Beide Themen lassen sich in einem Durchgang erledigen. Wer ohnehin alle Geräte auf Update-Stand prüft, sieht dabei auch gleich, ob BIOS-Updates und die neuen Secure-Boot-Zertifikate fehlen.

Häufige Fragen

Bekommt mein PC ab 2027 keine Windows-Updates mehr?

Nur wenn er veraltet ist. Microsoft tauscht im Mai und Juni 2027 Zertifikate von Windows Update aus. Geräte mit Windows 11 25H2 oder neuer und aktuell gehaltene Geräte mit unterstützter Windows-Version sind nicht betroffen. Geräte ohne die nötigen Updates oder mit einer Windows-Version ohne Support verlieren den Zugang zu Windows Update.

Welches Update braucht mein PC bis Juni 2027?

Windows 11 25H2 und 26H2 brauchen nichts. Windows 11 24H2 braucht das Sicherheitsupdate von September 2025 oder neuer. Andere unterstützte Windows-11-Versionen und Windows 10 mit ESU brauchen das Sicherheitsupdate von Juli 2026 oder neuer, jeweils vor dem 19. Juni 2027.

Was passiert mit Windows 10 ohne ESU?

Windows 10 ohne erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) gilt als nicht mehr unterstützt. Laut Microsoft verlieren solche Geräte den Zugang zu Windows Update. Microsoft empfiehlt ein Upgrade auf eine unterstützte Windows-Version.

Gilt die Frist auch für Windows Server?

Ja. Windows Server 2025 und 2022 brauchen die passenden Updates vor dem 19. Juni 2027. Für Windows Server 2016 und 2019 sowie Windows 10 Enterprise 2019 LTSC gilt die frühere Frist 17. Mai 2027.

IT-Smarter prüft in Erding und Umgebung, welche PCs und Server in Ihrem Betrieb betroffen sind, spielt fehlende Updates ein und plant den Umstieg für Geräte ohne Support.