Das Problem mit unseren Passwörtern
Ein durchschnittlicher Nutzer hat über 100 Onlinekonten. Kein Mensch kann sich 100 verschiedene, starke Passwörter merken – also werden Passwörter wiederverwendet. Genau das ist das Problem: Wird ein Dienst gehackt und das Passwort gestohlen, probieren Angreifer es automatisiert bei Tausenden anderen Diensten aus. Dieser Angriff heißt Credential Stuffing und ist erschreckend effektiv.
Die Lösung: Ein Passwort-Manager generiert für jeden Dienst ein einzigartiges, starkes Passwort und speichert es sicher. Sie müssen sich nur noch ein einziges Master-Passwort merken.
Fakt: Laut Have I Been Pwned wurden über 12 Milliarden Zugangsdaten bereits in Datenlecks veröffentlicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Ihre E-Mail-Adresse dabei ist, liegt bei über 80 %.
Wie ein Passwort-Manager funktioniert
Alle Passwörter werden in einem verschlüsselten Tresor gespeichert. Die Verschlüsselung erfolgt lokal auf Ihrem Gerät – der Anbieter selbst kann Ihre Passwörter nicht lesen (Zero-Knowledge-Prinzip). Der Tresor kann über alle Geräte (PC, Smartphone, Tablet) synchronisiert werden.
Beim Besuch einer Website füllt der Passwort-Manager Login-Felder automatisch aus. Er erkennt dabei die echte Domain – und warnt so auch vor Phishing-Seiten, denn auf gefälschten Seiten findet er keinen gespeicherten Login.
Welcher Passwort-Manager ist der richtige?
Bitwarden
Kostenlos verfügbarOpen Source, unabhängig geprüft, sehr sicher. Kostenlose Version für Privatnutzer ausreichend. Empfehlung für preisbewusste Nutzer.
Zur Herstellerseite1Password
Ab 3 €/MonatSehr benutzerfreundlich, exzellente Familienversion. Ideal für Unternehmen und technisch weniger versierte Nutzer.
Zur HerstellerseiteKeePass
Kostenlos & lokalSpeichert Passwörter nur lokal – kein Cloud-Sync. Maximale Kontrolle, etwas technischer in der Einrichtung.
Zur HerstellerseiteKeeper
Ab 2,50 €/MonatStarke Business-Features, gute Compliance-Funktionen. Empfehlung für Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen.
Zur HerstellerseiteEinrichtung in 5 Schritten
- Passwort-Manager wählen und installieren – als App auf dem Smartphone und als Browser-Erweiterung auf dem PC
- Starkes Master-Passwort festlegen – mindestens 16 Zeichen, am besten eine Passphrase (z.B. „Sommer-Erding-2026-Blau!")
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren – unbedingt auch für den Passwort-Manager selbst
- Bestehende Passwörter importieren – die meisten Browser können gespeicherte Passwörter exportieren
- Passwörter schrittweise aktualisieren – beim nächsten Login auf jeder Website ein neues, starkes Passwort generieren lassen
Für Unternehmen: Passwort-Manager für Teams ermöglichen die sichere gemeinsame Nutzung von Zugangsdaten – ohne diese per E-Mail oder Messenger weiterzugeben. IT-Smarter hilft bei der Auswahl und Einrichtung.
Was ein gutes Passwort ausmacht
- Mindestens 16 Zeichen lang
- Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen
- Kein Bezug zu Person, Haustier oder Geburtstag
- Einzigartig – für jeden Dienst ein anderes
- Niemals per E-Mail oder Chat versenden
